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Der ländliche Raum lebt!

Staatssekretär Stefan Baldus zu Gast in Bodelwitz

Dieses Fazit zog Gottfried Schugens am Ende der Diskussionsrunde, zu welcher der CDU-Landtagsabgeordnete am 5. Mai ins Sportlerheim nach Bodelwitz eingeladen hatte. Das Thema „Entwicklung im ländlichen Raum“ lockte Teilnehmer nicht nur aus dem Ort sondern auch Vertreter aus Neustadt, Triptis, Pößneck, Ranis und Langenorla an. Kompetenter Gesprächspartner: Staatssekretär Stefan Baldus aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt. In seinem Eingangsstatement untersetzte er seine Aussagen mit statistischem Zahlenmaterial, das Aufschluss gab über den derzeitigen  Stand im ländlichen Raum und sich daraus ableitende Maßnahmen für die Zukunft. „Zum ländlichen Raum gehört alles, was nicht Oberzentrum ist, also 95 % der Flächen in Thüringen“, so der Redner. Das sind 80 % der Bevölkerung. Er ging auch auf die Wanderungsbewegungen ein, die den Freistaat entvölkern, wenn nicht gegengesteuert wird. Als wichtigste Aufgabe für „sein Ministerium“ sieht Baldus die Sicherung und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen bzw. die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen dafür. Doch da gibt es Vorbehalte in der Bevölkerung, zum Beispiel stößt die Tierzucht auf großen Widerstand, die aber Arbeitsplatz intensiver als Pflanzenzucht ist.

Eine andere Maßnahme, um Arbeitsplätze zu schaffen, sieht der Vertreter der Landesregierung auch in der Dorferneuerung. Seit 1991 förderte der Freistaat Thüringen 1800 Dörfer, zu denen auch Bodelwitz zählt. Speziell durch „dezentrale Maßnahmen zur Altenpflege sollen Versorgung und Pflege alter Menschen mehr im familiären Rahmen denn in Heimen erfolgen“, führte der Staatssekretär aus.

Zur Rolle der Regionalen Aktionsgruppen (RAG), die in Eigenverantwortung Projekt bezogen agieren, zur Breitbandversorgung auf dem Land, alternativen Energien und zur Ausbildungsproblematik in der Land- und Forstwirtschaft bezog Baldus ebenso Stellung wie zur Sicherung der Grundversorgung.

In der anschließenden Diskussion fehlten natürlich der ÖPNV nicht, die Schulnetzplanung und die Landgemeinde. Letztere von der Bürgermeisterin, Frau Schleitzer, nach ihren Vorteilen befragt. Eine endgültige Antwort blieb der Abend auf Grund der Zeit schuldig, aber eine erneute Gesprächsrunde soll sich mit dieser Frage explizit beschäftigen, zu der Gottfried Schugens bereits den 22. Mai als Termin parat hatte.

Der ländliche Raum lebt, daran zweifelt wohl nach dem Abend in Bodelwitz kein Teilnehmer mehr. Und wenn  sich alle mit einbringen, kann diese Aussage auch in Jahrzehnten noch Gültigkeit haben. Jedenfalls ist Aufklärung über Entwicklungsmöglichkeiten allemal besser als Wehklagen. Schließlich steht die Land- und Forstwirtschaft in der Wertschöpfung an erster Stelle, obwohl nur 2,7 % in diesem Bereich beschäftigt sind. Was für ein Potenzial!

Bodelwitz, 13.05.2008
V.i.S.d.P.
Christine Groer
Kreisgeschäftsführerin der CDU


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