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Klares Bekenntnis zur Grundschule

Kultusminister Müller in Ebersdorf

"Die Schule ist ein Wunderhaus - dumm geht man rein, schlau kommt man raus." Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU) ging gestern in die Grundschule "Im Park" von Ebersdorf und wurde mit diesem und anderen lustigen Liedern von den Mädchen und Jungen herzlich auf dem Flur begrüßt. Müller war der Einladung des CDU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Allam Hanna gefolgt und erfuhr bei seinem Schulbesuch von der zehnjährigen Schülersprecherin Larissa, dass die Ebersdorfer Einrichtung in ihrer Art wirklich einzigartig ist. "Es ist die erste Schule, die nach dem Krieg in Thüringen gebaut wurde", sagte Larissa. Grundsteinlegung war 1948, die Fertigstellung 1953. "Unsere Schule steht unter Denkmalschutz", so Larissa voller Stolz.

Die Grundschule steht aber nicht allein unter Denkmalschutz, sondern quasi auch unterm persönlichen Schutz des Ministers. Denn im Verlauf seiner Gespräche mit Vertretern der Schulleitung, der Lehrer, der Eltern und des Fördervereins sagte Müller: "Die Entscheidung, mit dem Thüringer Schulgesetz die Grundschule zu erhalten, war eine richtige Entscheidung. Ich möchte, dass die Grundschule in ihrer Eigenständigkeit erhalten bleibt." Die Grundschule habe in der Fläche die meiste Präsenz. Müller erinnerte daran, dass in den 60er Jahren mit der Einführung der Polytechnischen Oberschulen das Aus für viele Dorfschulen gekommen war. "Wir haben heute ein leistungsfähiges Schulsystem", so Müller.

"Wir fühlen uns hier sehr wohl und so soll es auch bleiben", sprach Schulleiterin Ingrid Neumeister für ihre Kolleginnen und für die Kinder. Sie hatte Müller und die weiteren Gäste wie den CDU-Bundestagsabgeordneten Volkmar Vogel, den CDU-Landtagsabgeordneten Siegfried Wetzel und Schulamtsleiter Thomas Fügmann vom Schulhof über die Turnhalle bis hin zum Werkraum und dem eigenen Schulmuseum die Einrichtung im idyllischen Park gezeigt. Derzeit 158 Kinder aus 13 Orten werden in insgesamt neun Klassen von zwölf Lehrerinnen unterrichtet. Zudem erfolgt an der Grundschule eine Hortbetreuung. "Das Schöne ist, dass es hier ständig auch Investitionen seitens der Kommune gibt", hob Fügmann hervor. Während anderenorts zumeist darauf verwiesen werde, dass Schule eine "kreisliche Aufgabe" sei, bekenne sich Saalburg-Ebersdorf immer wieder durch Taten zum Grundschulstandort. "Kurze Beine, kurze Wege", mit diesem Slogan sprach auch Fügmann sich für die Grundschulen mit dem wichtigen regionalen Bezug aus. Gerade das individuelle Lernen gelte es zu entwickeln und auf die Regelschulen und Gymnasien zu übertragen, so die Vorstellungen des Schulamtsleiters.

Seit 2007 wird an der Ebersdorfer Grundschule das integrative Lernen mit "Handicap"-Kindern praktiziert. In der Klasse 2 a wohnten die Gäste gestern einer Unterrichtsstunde bei. So konnten sie sehen, wie die Lehrerin Elvira Ölsner drei Gruppen zugleich mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigte. Elvira Ölsner gehört zu den Pädagogen, die eine spezielle Ausbildung zur Lernförderdiagnostik absolviert haben. Diese Form des in Ebersdorf praktizierten integrativen Unterrichts werde in den kommenden Jahren noch stärker gefragt sein, wurde in der Gesprächsrunde deutlich.

Kultusminister Bernward Müller kündigte an, dass der Freistaat Thüringen Perspektiven für motivierte Lehrer biete. Mindestens 100 Lehrer sollen im kommenden Jahr neu eingestellt werden, widersprach er Aussagen, wie sie noch Freitagabend zum FDP-Wahl- kampfauftakt gemacht worden waren (OTZ berichtete). "Wer heute ein Lehrerstudium beginnt, hat bei ordentlichem Abschluss beste Aussichten auf eine Einstellung", sagte Müller.

Schleiz, 03.03.2009
Ostthüringer Zeitung, Lokalausgabe Schleiz



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