„Sorge in der Zeit, so hast du in der Not“
Der Thüringer Finanzministerin Birgit Diezel ist nicht bange trotz der Krise, wie sie am vergangenen Donnerstag, 14. Mai, vor über 30 Zuhörern in Triptis - Öberpöllnitz betonte. Sie weilte auf Einladung des Landtagsabgeordneten Gottfried Schugens in seinem Wahlkreis und hatte vor der abendlichen Veranstaltung im Landhotel „Zur goldenen Aue“ Betriebe wie PVP in Triptis besucht. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt vom Unternehmergeist und dem Willen der Verantwortlichen, den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zu trotzen, ja ihr noch etwas Gutes abzugewinnen: Suche nach neuen Wegen mit neuen Chancen.
In ihrem Statement ging die Ministerin zunächst auf die Ursachen der weltweiten Krise ein, um dann aber keinen Zweifel daran zu lassen, dass Thüringen die Auswirkungen auch zu spüren bekommt, aber gut gerüstet ist. Dank langfristiger Finanzpolitik, getragen von Vorsorge für die Zukunft: „Es ist immer das gleiche Prinzip, ob in der Familie oder im Land, es kann nur das Geld ausgegeben werden, das tatsächlich vorhanden ist. Wer das vergisst, wer spekuliert und große Risiken eingeht, wird am Ende Verlierer sein“, ließ Diezel wissen. „Natürlich werden Steuereinbrüche kommen – sehr hohe – doch der Freistaat har Rücklagen gebildet, die über Durststrecken hinweghelfen werden. So trotzen wir der Krise“, betonte die Finanzministerin.
Da Thüringen insgesamt wirtschaftlich gut aufgestellt ist, getragen von klein- und mittelständischen Unternehmen. Für die relativ anpassungsfähigen Betriebe sind die Auswirkungen der Krise voraussichtlich nicht so gravierend spürbar wie in den Großunternehmen. Zudem hält Thüringen Maßnahmen zur Stabilität der Wirtschaft bereit: Absicherung der Kreditpolitik, Unterstützung des Mittelstandes, zum Beispiel durch das Konsolidierungsprogramm, und nicht zuletzt Gelder aus dem Konjunkturpaket, das für Investitionen sorgen soll. |
Wiederholt verwies Diezel auf die Notwendigkeit von ausgeglichen Haushalten, von der kleinsten Kommune bis zum Land. „Kein neuen Schulden“, so die eindringliche Botschaft der Finanzministerin.
In der Diskussion kam auch die Frage nach einer möglichen Inflation und Geldentwertung auf. Ministerin Diezel zeigte sich gelassen unter Hinweis auf die Währungsstabilität durch den früher viel gescholteten Euro, dessen Vorteile sich gerade in Krisenzeiten als Bollwerk in der Brandung zeigen.
Zum Schluss wurde es ganz konkret, denn bald wird es im Landkreis Saale – Orla dank des Konjunkturprogramms losgehen mit Investitionen im Baugewerbe. Zum Beispiel mit Sanierungsmaßnahmen in Bildungseinrichtungen - Dämmaßnahmen durch neue Fenster, neue Dächer und Fassaden - wie Landtagsabgeordneter Schugens informierte. „Wir deuten dies als positives Zeichen für die wirtschaftliche Entwicklung“, war sein Resümee des interessanten Abends. |