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Brückenschlag gefeiert

Trotz Regen in Hirschberg viele Erinnerungen ausgetauscht

Trotz Regen konnten Patricia Rubner (CSU Berger Winkel) sowie Ralf Löscher (CDU Hirschberg-Gefell) am gestrigen Abend mehr als zufrieden sein. Denn die von ihren beiden Parteien ausgegebene Einladung zum geselligen Beisammensein anlässlich von "20 Jahre Brückenschlag" zwischen Untertiefengrün und Hirschberg lockte viele Bürger an den Ort des historischen Ereignisses.

Bewohner des ehemaligen innerdeutschen Grenzlandes nutzten die Stunden vor allem dazu, um sich an die bewegenden Momente im Dezember 1989 zu erinnern. Hans Zeeh aus Tiefengrün beispielsweise habe das Ganze damals als aktives Feuerwehrmitglied mitgestaltet. Einige Tage zuvor sei er seinerzeit erstmals in Hirschberg gewesen. Im Gedächtnis haften blieb bei ihm auf jeden Fall der gewöhnungsbedürftige Braunkohlengeruch, welcher über der ganzen Stadt lag. Bewohner seiner Gemeinde hätten nach der Grenzöffnung dann schnell wieder alte Verbindungen zum nahen Thüringen reaktiviert, hieß es weiter.

Bernhard Pflügner, ein geborener Jenenser, verbrachte während des 2.Weltkrieges einige Zeit in Untertiefengrün. Aufgrund dieser Tatsache besuchte er nicht nur in Hirschberg die Schule, sondern erlebte auch die Sprengung der alten Saalebrücke im Frühjahr 1945 durch die SS. Bei der Wiederherstellung der Verbindung zwischen der thüringischen Stadt sowie Oberfranken sei er dann ebenfalls live dabei gewesen. Rudi Zienert, ein Hirschberger, hätte nie gedacht, dass er so etwas wie den "Brückenschlag" vor zwei Jahrzehnten noch mitmachen würde. Vor allem ging in den kalten Tagen des Dezembers 1989 alles sehr schnell.

Gisela Schiebel, ebenfalls aus der Saalestadt, nutzte die Gelegenheit am 30. Dezember 1989 zu einem ausgiebigen Spaziergang, um endlich mal ihre Heimat sowie das eigene Anwesen von der anderen Seite aus zu betrachten. Zugleich lernte sie bei der Feier vor 20 Jahren auch Willi Fikenscher aus Rudolphstein kennen.

Jens Jacobsen (Tiefengrün) dagegen betätigte sich vor zwei Jahrzehnten als detailverliebter Chronist. Tagelang drehte er die Entstehung des neuen provisorischen Übergangs. So entstand ein rund zwei Stunden langer Film, der viel Bewahrenswertes festhielt, betont er. Heutzutage ist er übrigens gern gesehener Gast in Thüringen und pflegt zu vielen Hirschbergern freundschaftliche Beziehungen.

Wichtig sei vor allem damals gewesen, dass sich die Mitglieder der CSU und CDU im Grenzgebiet näher kamen und fortan engere Kontakte knüpften, hieß es aus den Reihen der Veranstalter weiter. Viele Besucher der gestrigen Feier resümierten zugleich, dass sie vor 20 Jahren zugleich das absurde Ausmaß des "DDR-Grenzsicherungssystems" vollends erkannten.

Schleiz, 30.12.2009
Quelle: Ostthüringer Zeitung
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