Carola Stauche, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rohrbach, gehört zur großen Mehrheit der 622 Parlamentarier, die neben dem Mandat keiner bezahlten Nebentätigkeit nachgehen. Dies geht aus den Angaben auf der Internetseite des Bundestages hervor. Seit Montag ist die neue Liste öffentlich.
Die gelernte Chemiefacharbeiterin und Verwaltungsfachangestellte taucht bei den veröffentlichungspflichtigen Angaben überhaupt nur bei drei von acht Kategorien auf. So gibt sie als berufliche Tätigkeit vor der Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag Inhaberin des Landhotels "Zum Sorbitzgrund" in Rohrbach und Landtagsabgeordnete im Thüringer Landtag an. Keine Angaben macht die 57-Jährige zu den Punkten "entgeltliche Tätigkeit neben dem Mandat" und "Funktionen in Unternehmen". Ihre Mitgliedschaft im Kreistag Saalfeld-Rudolstadt hat Stauche zum 5. Januar aus eigenem Entschluss beendet, im Verein Thüringer Porzellanstraße ist sie weiterhin ehrenamtliche Vorsitzende. Nichts zu berichten gibt es außerdem bei den Pflichtangaben zu Vereinbarungen über künftige Tätigkeiten oder Vermögensvorteile, Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften sowie Spenden.
Seit Sommer 2007 müssen die Bundestagsabgeordneten nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts detaillierte Angaben über Art und Höhe ihrer Nebentätigkeiten machen. Dass nicht alle Kollegen von Carola Stauche mit dem Mandat ausgelastet sind, macht die Liste ebenfalls deutlich. Ihr Fraktionskollege Frank Steffel ist nebenbei Geschäftsführer des eigenen Unternehmens, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück führt gleich vier Nebenjobs auf, bei denen er mit Vorträgen jeweils mehr als 7000 Euro im Jahr verdiente.