CDU diskutiert in Ziegenrück ihr Schulkonzept: Anträge aus Ranis und Tanna im Kreistag
CDU diskutiert über künftiges Schulmodell
Die CDU hat in Ziegenrück über ihr künftiges Schulmodell diskutiert. Auch den Saale-Orla-Kreistag beschäftigt das Thema. Denn es gibt einen Antrag der Grund- und der Regelschule Ranis, sich in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln. Gleiches signalisiert die Grund- bzw. Regelschule Tanna.
In der Konzeption "Thüringer Schule auf einem guten Weg" hat die CDU ihre Leitlinien für die zukünftige Entwicklung der Schulen im Freistaat niedergeschrieben. Am Montag stellte Volker Emde , bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, das Papier in Ziegenrück Schulleitern und interessierten Bürgern vor. Bestandteil der dort behandelten Themenpalette war zum Beispiel auch die Thüringer Gemeinschaftsschule (TGS). Volker Emde unterstrich, dass deren Einführung im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. In den nächsten Wochen müsse man aber entscheiden, wie so etwas denn aussehen könnte. Im Vorfeld habe man solche Eckpfeiler wie die Notwendigkeit einer klaren Aussage der Kultusministerkonferenz zur Anerkennung der Abschlüsse sowie die Verankerung der TGS in der Schulnetzplanung gesetzt. Schulamtsleiter Thomas Fügmann, der auch Chef der CDU-Kreistagsfraktion ist, unterstrich in diesem Zusammenhang: "Wenn eine Gemeinschaftsschule vor Ort gewünscht wird, werden wir uns nicht dagegen stellen." Wichtig sei ein klares Bekenntnis der Schul- bzw. Lehrerkonferenzen zu diesem Weg. Angekündigt wurde, dass die Kreisausschusssitzung nächsten Montag voraussichtlich erstmals über diese Thematik zu befinden hat. Dazu werde es einen Antrag der Grund- und der Regelschule Ranis geben, künftig als Gemeinschaftsschule arbeiten zu wollen. Gleiches sei ihm bereits von der Grund- bzw. Regelschule Tanna signalisiert worden. "Nun muss man mal schauen, wie die Konzepte aussehen", so Fügmann.
Brigitte Stephan, Schulleiterin am Schleizer Gymnasium, interessierte sich mit Blick auf die TGS u.a. für bereits geltende Regularien und die Art der Abschlüsse. Sie fragte nach auch mit Blick auf die Formulierung im Konzept, dass für eine qualifizierte gymnasiale Ausbildung der Leistungsstandard der TGS dem eines Gymnasiums 1:1 entsprechen muss. Volker Emde konnte ihre Fragen nur mit nach Erfurt nehmen. Er wisse es nicht über Fragen des Inhaltes der TGS müsse man erst noch reden. Verwundert erkundigte sich Brigitte Stephan, wie die Raniser und die Tannaer das Vorhaben umsetzen wollen wenn die Grundlagen noch nicht bekannt sind. "Es ist so, dass das Ministerium jetzt in eine Phase eintreten möchte, wo diese Schulen sozusagen ihr Modell einer Gemeinschaftsschule erst einmal entwickeln. Das schließt ein, dass sie vielleicht nach einem Jahr sagen, nein, es geht nicht." Es läuft gegenwärte also eine Art Pilot-Phase mit entsprechendem Diskussionsbedarf. Regine Kanis (SPD) erwähnte, dass es auch möglich sei, nicht unbedingt eine TGS von der Klasse 1 bis zur Klasse 12 durchgehend haben zu müssen.
"Man kann es tun, wenn es genügend Schüler gibt. Bei uns wird es letztendlich an der gymnasialen Oberstufe scheitern, weil wir dafür nicht ausreichend Kinder haben", so ihre Meinung und der Hinweis darauf, dass es die TGS auch von Klasse 5 bis Klasse 10 oder von Klasse 1 bis Klasse 10 geben kann. Sie habe in Ranis sehr intensive Gespräche geführt. Deren Konzept baue auf dem auf, was an den Schulen jetzt schon passiere. Wie will man all die schönen Modelle umsetzen, wenn die Leute fehlen? Auch diese Frage stand in Ziegenrück. Volker Emde kritisierte an dieser Stelle, dass es bisher nicht gelingt, die Besten eines Jahrganges für den Lehrer- und Erzieherberuf zu begeistern. "Es gibt zu wenig Lehramtsanwärter in Thüringen, um den entstehenden Bedarf zu decken wenn wir den Bedarf so weiter definieren wie bisher mit dieser Lehrerdichte", so der Gast aus Erfurt.Thomas Fügmann erinnerte u.a. daran, dass es in diesem Jahr 22 Neueinstellungen geben wird. Er rief aber auch in Erinnerung, dass es im Schulamtsbereich einen Personalüberhang von weit über 100 Stellen gibt. Um zeitweilige personelle Engpässe an Schulen zu überbrücken, kam von Petra Völkel (GS Neustadt/hier gibt es vier Langzeitkranke und damit entsprechende Ausfallstunden) die Anregung, doch z.B. aus dem personellen Überhang eine Schulamtsreserve einzurichten: "Damit die anderen Kollegen auch mal Luft holen können." Roland Escher (RS Oppurg) mahnte bei Volker Emde an, sich doch dafür einzusetzen, dass die Fachlehrerausbildung im Freistaat unbedingt forciert werden muss. |