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Zur Nachahmung empfohlen

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) startet Image-Kampagne „Pößneck kommt zurück!“

Die Enthüllung eines entsprechenden Banners an der Fassade der Euro-Schule gelang zwar erst nach einem Drehleiter-Einsatz der Feuerwehr komplett. Umso begeisterter klatschte die Landesmutter danach Beifall. "Da ist so viel Pfiff drinnen!", hatte Lieberknecht zuvor das Erkennungsmotiv der Kampagne gelobt. Vor großer Runde im Lehrlingswohnheim der Volkssolidarität bescheinigte sie der Stadt, das landesweit aktuelle Thema des Bevölkerungsrückgangs und der erforderlichen Gegenmaßnahmen passend aufgenommen zu haben und empfahl dieses Beispiel zur Nachahmung. "Wir resignieren hier nicht", sagte Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler). Mit der Kampagne sollen die Pößnecker motiviert werden, an ihre Stadt zu glauben, abgewanderte Einheimische zurückgewonnen und Pößneck als Wohnstadt empfohlen werden.

Die Stadt hier namentlich Kulturamtsleiterin Dr. Julia Dünkel und Wirtschaftsförderer Andreas Dreißel hat "Pößneck kommt zurück" mit großzügiger Unterstützung der Stiftung Schloss Ettersburg entwickelt, die sich der "Gestaltung des demografischen Wandels" verschrieben hat. Von Seiten der Stiftung seien die Ideen von Vorstand Prof. Dr. Dr. Wulf Bennert besonders hilfreich gewesen, dankte Modde. Bennert lobte, dass Pößneck bei der Bekämpfung des Immobilienleerstandes und des baulichen Verfalls angefangen habe, "mit dem eisernen Besen durchzukehren". Er empfahl den Kommunen, um jede junge Frau zu kämpfen.

So ziert eine junge Frau das Plakat der Pößneck-Kampagne. Es handelt sich um die 25-jährige Sabine Bennert. "Es ist auch in meinem Interesse, dass junge Leute hier bleiben oder zurück kommen", sagte die Betreiberin eines Kosmetiksalons. Für Pößneck habe sie zum ersten Mal gemodelt und sie freue sich, einem Projekt von solcher Bedeutung das Gesicht geben zu dürfen.

Bei Kaffee und Kuchen nur wenige Meter von dem Objekt entfernt wurde die Sanierung des T4-Gebäudes am Viehmarkt für die Berufsschule und eine Erweiterung des Lehrlingswohnheimes angesprochen. Nach auffallend moderaten Ausführungen von Helmut Weißbrich, Geschäftsführer der Volkssolidarität, die ja als Bauherr fungieren soll, sprach der CDU-Politiker Gottfried Schugens die Ministerpräsidentin beim Vornamen mit der Bitte an, doch ihre Kollegen im Kabinett zu fragen, wie sie an dem Pößnecker Projekt "mitwirken" könnten. Lieberknecht adelte den Hausherrn mit den Worten, "Was Herr Weißbrich anfasst, das gelingt!", und versprach, zur Einweihung der neuen Berufsschule zu kommen.

Am Eingang des Internates hatte sich eine Gruppe Linker postiert, die Lieberknecht daran erinnerte, dass sie vor elf Monaten in Pößneck ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus versprochen hatte. Dieses sei "in Arbeit", sagte die Ministerpräsidentin im kurzen netten Meinungsaustausch. Während der Kampagnen-Vorstellung im Saal des Lehrlingswohnheimes wurde davor ein Knallkörper gezündet. Das habe "nichts mit Lieberknecht zu tun" gehabt, war zu hören.

Pößneck, 12.08.2010
Quelle: Ostthüringer Zeitung
Lokalausgabe Pößneck


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