BILDUNGSPOLITISCHE THESEN
der CDU im Saale-Orla-Kreis
1. Mehr Qualität, weniger Quantität
Die Zahl der Schulen muss der vorhandenen Zahl der Schüler
angepasst werden. Einen klassenübergreifenden Unterricht von
Klasse eins bis drei oder gar eins bis vier, wie von Landrat Roßner
geplant, ist nicht sinnvoll. Der Abstand zwischen den guten Schülern
und den schwachen würde dadurch unnötig hoch. Folge wäre
ein niedrigeres Gesamtniveau. Die mögliche Lernqualität
wäre somit langfristig an den Wohnort gebunden, der ländliche
Bereich gegenüber den Städten benachteiligt. Ergebnis:
Mehr Unterschiede, weniger Leistung.
Daher fordert die CDU einen nachhaltigen und transparenten Schulnetzplan,
der einer ständigen Bewertung unterliegt, damit auf Veränderungen
der Schülerzahlen flexibel und bedarfsorientiert reagiert
werden kann.
2. Kostenfreies Kindergartenjahr
Im SOK sollte nach Wegen gesucht werden, das dritte Kindergartenjahr
gebührenfrei anbieten zu können. Die Zeit vor der Einschulung
soll auch als Bildungszeit genutzt werden können.
3. Lesen bildet
Die vorhandenen Bibliotheken im Landkreis sollen erhalten bleiben.
Für sie soll ein spezielles Förderkonzept erarbeitet
werden. Das Lesen soll schulpädagogisch mehr Beachtung finden.
Eine ausreichende Lesefähigkeit ist zudem der Schlüssel,
um Lerninhalte und komplexe Problemstellungen zu erfassen. Sinkende
Sprachkompetenz hat eine Absenkung der naturwissenschaftlichen
Kompetenz zur Folge. Ohne Lesen keine Kreativität, ohne
Kreativität kein Geist, ohne Geist keine Zukunft.
4. Konkurrenz belebt auch den Geist
Die Schulen brauchen mehr Handlungsspielraum, ihre Eigenverantwortung
ist zu stärken. Die Union plädiert für eine stärkere
eigene Profilierung der Schulen im SOK. Durch eine auf verschiedene
Bereiche bestärkte Finanzautonomie erhält die Schule
die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte für sich
zu setzen. Die Verwendung des Budgets muss losgelöst von
einer großen Verwaltung geschehen, um effektiv und effizient
mit öffentlichen Geldern umzugehen. Den Schulen muss es
ferner gestattet sein, ihr Budget durch Drittmittel zu erweitern.
Somit wird ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Schulen angeregt.
Die bürgerschaftliche Möglichkeit, Schulen vergleichen
zu können, und die Möglichkeit der Lehrenden, von den
besten Schulen zu lernen, soll gefördert werden. Qualität
soll in transparenter Weise nachweisbar und belegbar sein.
5. Leistung erfordert Disziplin
Dort, wo Leistungsunfähigkeit in erster Linie Folge von Disziplinlosigkeit
ist, sollten der pädagogischen Diagnostik auch entschieden
Konsequenzen folgen dürfen. Unmotivierte Schüler erzeugen
unmotivierte Lehrer und umgekehrt. Das Prinzip "Anstrengung" muss
einen höheren Stellenwert bekommen, Mentalitäten müssen
sich ändern. Im SOK sollte ein klimatischer Wechsel erfolgen.
Vorbild sollte wieder der Klassenprimus sein.
6. Ohne Bildung keine Autorität, ohne Autoritäten
keine Bildung
Wer antiautoritäres Ideengut im SOK beleben möchte, unter
der Schutzbehauptung, eine freie Ethikdiskussion führen zu
wollen, betreibt Leistungsnivellierung und leistet einer schädlichen
Egalisierungsideologie Vorschub. Das pädagogisch Sinnvolle
sollte mit dem juristisch Korrekten im Einklang stehen.
7. Berufsschulen als Standortchance
Die wirtschaftliche Zukunft des SOK ist in hohem Maße abhängig
von den Bildungschancen seiner Bewohner. Wer insbesondere die Berufsschulen
schwächt, als sie und ihre Belange zu fördern, verspielt
Zukunftschancen. Das Anforderungsprofil in den Berufen erhöht
sich, um so wichtiger ist es, dass die Standorte der Berufsschulen
im SOK durch das Landratsamt gesichert werden und die Qualität
der Ausbildung erhöht wird.
8. Selbstbehauptung durch Kompetenz
Im SOK sind viele mittelständische Firmen auch international
tätig. Die jeweiligen beruflichen Anforderungen steigen. Kommunikationsfähigkeit,
Disziplin, Fleiß und Leistungsbereitschaft sind erforderlich,
aber auch Selbständigkeit und Konfliktfähigkeit.
Wer zulässt, dass diese Kompetenzen verflachen, verantwortet
die Einschränkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
unserer Region und verspielt attraktive Anreize für potentielle
Investoren.
9. Leistung, Wertschätzung, Verantwortung
Die Arbeitsleistung der Lehrer muss im SOK höher geachtet
werden, ebenso muss auf die Mitverantwortung der Eltern verwiesen
werden sowie die Eigenverantwortung der Schüler für ihre
Zukunft. Die Krise der Schule spiegelt die Richtungslosigkeit der
Gesellschaft wider, was ihr zunehmend fehlt sind Grundwerte. Die
Infragestellung von Sekundärtugenden ist nicht zielführend.
Bildungsausgaben sind in erster Linie als Investitionen in die
Zukunft zu betrachten und nicht als Kosten. Aber die Schule kann
sich den Erziehungsauftrag mit den Eltern nur teilen. Da, wo eine
Seite versagt, versagt auch das Gesamtkonzept, weil es keinen völligen
Ausgleich liefern kann. Ohne diese Teilung lässt sich ein
differenziertes, den einzelnen Schüler optimal förderndes
und forderndes Bildungssystem nicht verwirklichen.
10. Unterstützung der Elternarbeit
Die Primärsozialisation von Kindern findet in erster Linie
in der Familie bei Eltern und Geschwistern statt. Angesichts der
Bedeutung von Familie wäre es konsequent, wenn der Elternarbeit
mehr Anerkennung und Unterstützung durch den Landkreis zuteil
würde. Die Union schlägt daher die Einführung eines
Familientages im SOK vor.
11. Kostenfaktor Fortbildung
Die Praxisnähe des Unterrichts ist zu fördern. eine zu
sehr theoriebezogene, lebensferne und immer häufiger schlechte
Schulbildung führt bei den Unternehmen im SOK zu immer höheren
Kosten für Fortbildungen.
12. Probleme lösen lernen
Zukunftsfähig sein durch Bildung heißt aus unternehmerischer
Sicht: Lernen, wie man Probleme löst und die dabei gewonnenen
Erfahrungen bei der Lösung neuer Probleme erfolgreich anwendet.
Bildung muss sowohl daran gemessen werden, was soll in die Köpfe
hinein als auch an der Frage, was kommt anschließend heraus.
Wissen als Rohstoff wird immer wertvoller. Daher gehören zu
einem vernünftigen Qualitäts-Menagement verbindliche
und sinnvolle Zieldefinitionen. Wenn sich die Welt verändert,
muss sich auch die Schule verändern.
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